So bauen Sie Ihren Computer selbst
Schritt für Schritt Anleitung für den Selbstbau eines billigen Computer-Systems
Teil 2: Einbau von Motherboard, CPU und Speicher
In der Hardwareliste habe ich Ihnen alle zum Selbstbau unseres billigen Computer-Systems notwendigen Teile beschrieben. Jetzt können wir daran gehen, die einzelnen Teile einzubauen. Wir gehen dabei in überschaubaren Einzelschritten vor und ich werde die einzelnen Abschnitte detailliert erläutern.
Lesen Sie zunächst die Bedienunganleitung des Mainboards aufmerksam durch und lassen Sie sich bei der Montage Zeit. Außerdem sollten Sie zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Gewalt anwenden.
1. Vorbereitung des Gehäuses
Hier ist das Computer-Gehäuse im "Rohzustand" zu sehen. Es handelt sich um ein Midi-Tower im ATX-Format. Zuerst werden die Seitenteile des Gehäuses abgenommen. Das Gehäuse besitzt bereits passende Bohrungen zur Aufnahme eines ATX-Motherboards. Die Schrauben und Steckstifte werden i.d.R mitgeliefert. Das Gehäuse enthält ferner alle Anschlusskabel für das Mainboard und die übrigen Komponenten.
 Abb. 1
Das Netzteil liefert eine Leistung von 250 Watt, die in unserem Fall noch ausreicht. Soll allerdings ein AMD Athlon-Prozessor oder noch zusätzliche Laufwerke eingebaut werden, muss ein leistungsstärkeres Netzteil (mindestens 300 Watt) eingebaut werden. Das Netzteil besitzt einen Stecker für den Mainboard-Anschluss, einen Anschluss für das 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk und mehrere Stecker für die anderen Laufwerke.
2. Vorbereitung des Motherboards
Das Motherboard wird vorsichtig aus der Verpackung genommen. Um Schäden durch statische Elektrizität zu vermeiden, sollte das Board niemals auf einem Teppich o.ä. abgelegt werden. Manche Hersteller liefern bereits eine antistatische Unterlage mit, auf der das Motherboard abgelegt werden kann. Sie sollten sich auch durch kurzes Berühren eines metallenen Objektes (z.B. Heizkörper) erden, bevor Sie mit den Komponenten hantieren.
 Abb. 2
Wir verwenden ein Micro ATX Form Factor Motherboard ASRock. Die wichtigsten Komponenten und Schnittstellen sind in der Hardware-Liste erläutert.
3. Den Prozessor einsetzen
Der CPU-Sockel wird geöffnet und die CPU wird korrekt über den Sockel ausgerichtet, so dass die markierte Ecke der CPU zum Hebelgelenk zeigt.
Die Kontaktstifte auf der Unterseite des Prozessors sind so angeordnet, dass man den Prozessor nur in einer Position einlegen kann. Drücken Sie die CPU vorsichtig in den Sockel. Auf keinen Fall darf hierbei Kraft angewendet werden.
 Abb. 3 und 4
Ist der Prozessor richtig eingesetzt, kann der Hebel geschlossen werden, bis er hörbar einrastet (Abb. 4).
4. Den Kühler installieren
Als nächstes wird der Kühler auf dem Prozessor befestigt. Der Kühler muss die gesamte Fläche der CPU abdecken und eine ausreichende Wärmeableitung bieten. Die Wärmeleitpaste wird auf das Wärmeleitpad aufgetragen. Dann wird der Kühler auf den Prozessor aufgesetzt und am Sockel eingerastet. Dann wird das Stromkabel des Kühlers wird am Mainboard angeschlossen.
 Abb. 5 und 6 Die Abb. 6 zeigt den fertig installierten Prozessor mit Kühler.
5. Den RAM Speicher einbauen
SDRAM (Synchronpus DRAM) Speichermodule besitzen 168 Pins, während DDR RAM (Double Data Rate) Module 184 Pins besitzen. Beide Modul-Typen können leicht unterschieden werden, da sie unterschiedliche Einkerbungen als Verpolungsschutz haben.
Auf dem Motherboard befinden sich unterschiedliche Steckplätze für SDRAM-Module und DDR RAM-Module, die sich oft auch farblich unterscheiden (vgl. Hardware-Liste). Lokalisieren Sie diese in Ihrer Bedienungsanleitung des Mainboards.
Setzen Sie bitte nicht gleichzeitig beide Speicherarten ein. Außerdem ist es nicht empfehlenswert, DIMM (Dual Inline Memory Module) Module verschiedener Hersteller zu verwenden.
 Abb. 7 und 8 Abb. 7 zeigt oben ein SDRAM-Modul, unten ist ein DDR RAM Speichermodul abgebildet.
Ich habe mich bei diesem PC um SDRAM Speicher mit 128 MB entschieden. Das Speichermodul wird vorsichtig ohne Kraftanwendung in den passenden SDRAM-Steckplatz eingedrückt.
Wenn das Modul richtig eingedrückt ist, schließen sich die Klammern an den Seiten des Steckplatzes und verankern das Speichrmodul.
Bevor das Mainboard eingebaut werden kann, muss das Board noch konfiguriert werden. In unserem Fall ist nur ein Jumper zu setzen, der den Bustakt der CPU auf 100 MHz einstellt. Die Konfiguration ist jedoch von Mainboard zu Mainboard verschieden. Lesen Sie dazu in der Bedienungsanleitung Ihres Mainboards nach.
6. Der Einbau des bestückten Motherboards
Nachdem das Motherboard fertig bestückt ist, wird es mit den mitgelieferten Schrauben und Distanzstücken am Gehäuse festgeschraubt. Im Gehäuse befinden sich bereits die entsprechenden Bohrungen. Achten Sie darauf, dass das Board spannungsfrei montiert wird.
Danach werden alle Anschlusskabel angesteckt.
Die genaue Anordnung der Kontaktstifte entnehmen Sie bitte der Bedienungsanleitung Ihres Mainboards.
 Abb. 8 Das fertig bestückte und eingebaute Motherboard.
Folgende Verkabelungen müssen in diesem Stadium vorgenommen werden:
Anschluss des Gehäuse-Schalters und der Kontrolll-Leuchten des Gehäuses an das Motherboard.
Anschluss des Stromversorgungssteckers des Netzteils an das Motherboard.
Die genaue Lage der Stecker ist im Mainboard-Handbuch verzeichnet.
Da das Motherboard bereits ein Grafik- und ein Soundsystem onboard hat, ist der Einbau einer gesonderten Grafik- und Soundkarte in diesem Fall nicht notwendig.
Zu Teil 3
Im Teil 3 der Bauanleitung erkläre ich den Einbau der Laufwerke sowie den Anschluss des Monitors und der Eingabegeräte.
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