CPU (Zentralprozessor)
Der Hauptprozessor oder Central Processing Unit) ist das Herzstück jedes
Computers. Wenn es um die PC-Geschwindigkeit geht, wird allerdings oft nur die reine
Prozessorleistung als das Maß aller Dinge angesehen. Die Gesamtgeschwindigkeit
des Computers wird jedoch auch von den übrigen Komponenten wie Arbeitsspeicher,
Festplatte oder Grafikkarten bestimmt. Erst ein optimales Zusammenspiel aller
Komponenten ergibt ein schnelles und stabiles System.
Bis vor einigen Jahren war die Marktlage noch einigermaßen
übersichtlich. Inzwischen gibt es mehrere Hersteller (die bekanntesten
Hersteller sind Intel und AMD) mit jeweils verschiedenen Prozessorfamilien. Aber auch
innerhalb einer Prozessorfamilie kann es unterschiedliche Modelle geben, so dass
es nicht einfach ist, den Überblick zu behalten.
Was Sie unbedingt beachten müssen
Wenn Sie einen schnelleren Prozessor kaufen wollen, müssen Sie
vorher prüfen, welchen Prozessortyp Sie überhaupt einsetzen können.
Dies hängt vom verwendeten Motherboard ab, denn die Prozessoren haben
unterschiedliche Taktfrequenzen und verwenden verschiedene Sockel.
AMD Athlon |
 Intel Pentium 4 |
Taktfrequenz
Bei der Taktfrequenz unterscheidet man zwischen der internen und der externen
Taktfrequenz. Die interne Taktfrequenz ist die Geschwindigkeit, mit der der
Prozessor intern seine Befehle abarbeitet. Die externe Taktfrequenz, auch
Systembus-Frequenz oder Frontside-Bus (FSB) genannt, ist die Geschwindigkeit,
mit der der Prozessor nach außen kommuniziert.
Cache Speicher
Der Cache Speicher ist ein schneller Zwischenspeicher, auf den die CPU zugreifen
kann. Unterschieden wird zwischen internem Cache (auch 1st Level Cache genannt) und
externem Cache (auch 2nd Level Cache genannt).
Sockel
Bei den Sockeln werden heute hauptsächlich drei Typen unterschieden:
- Sockel 370 für Intel Pentium III und Intel Celeron
Prozessoren,
- Sockel A (auch Sockel 462 genannt) für AMD Athlon und AMD Duron
Prozessoren,
- Sockel 478 für Intel Pentium 4 Prozessoren.
Prozessortypen
Heute werden hauptsächlich folgende Prozessortypen der bekanntesten
Hersteller eingesetzt:
von Intel: Pentium III, Celeron, Pentium 4,
von AMD: Duron, Athlon.
Die wichtigsten Features dieser Prozessoren sind in folgender Tabelle
dargestellt:
| Merkmal |
AMD Duron |
AMD Athlon |
Intel Celeron |
Intel Pentium III |
Intel Pentium 4 |
| Taktfrequenz (intern) |
600-1300 MHz |
600 MHz-2,16 GHz |
366-1400 MHz |
650-1400 MHz |
1,3 - 3,06 GHz |
| Systembus-Takt |
200/266 MHz |
200/266/333 MHz |
66/100 MHz |
100/133 MHz |
133/400/533/800 MHz |
| Cache-Speicher |
192 KB |
256/384/512 KB |
128/256 KB |
256/512 KB |
512 KB |
| Sockeltyp |
A |
A |
370 |
370 |
478 |
Intel Pentium III
Der Intel Pentium III Prozessor kam 1998 auf den Markt.
Die interne Taktfreqeunz der verschiedenen Versionen reicht von 650 MHz bis
inzwischen 1,4 GHz. Es gibt Modelle mit einem Systembus von 100 MHz und Modelle mit
133 MHz. Die 133-MHz-Modelle sind meistens mit dem Buchstaben B gekennzeichnet.
Beim Cache-Speicher werden Modelle mit 256 KB und 512 KB Kapazität
unterschieden. Alle neuen Modelle ab 650 MHz besitzen 256 KB Cache.
Der Prozessor kam ursprünglich als steckkartenähnliche Slot-CPU auf
den Markt, später mit einem 370 poligen Sockel. Ältere Pentium III-
Prozessoren werden als Coppermine-Typ bezeichnet, neuere als Tualatin-Typ.
Intel Celeron
Der Intel Celeron ist ursprünglich eine abgespeckte Version des Pentium
III-Prozessors. Ältere Celeron-Prozessoren (Abb. 2) haben einen Systembus-Takt
von 66 MHz, eine interne Taktfrequenz von 366 MHz und 128 KB Cache-Speicher.
Celerons ab 800 MHz haben eine Systembus-Frequenz von 100 MHz und 256 KB Cache.
Sie sind mit dem Sockel 370 ausgestattet.
Inzwischen gibt es auch eine gespeckte Pentium 4-Version, die ebenfalls als
Celeron bezeichnet wird. Sie hat eine Geschwindigkeit von 1,7 - 2,4 GHz, einen Systembus-Takt von 400 MHz und 128 KB Cache. Erkennbar ist dieser Prozessortyp daran, dass er einen 478 Sockel besitzt.
Intel Pentium 4
Intel Pentium 4 Prozessoren sind heute mit einer Geschwindigkeit bis 3,06 GHz,
800 MHz Systembus und 512 KB Cache-Speicher erhältlich. Auch vom Pentium 4
Prozessor sind verschiedene Typen erhältlich, z.B. Williamette und Northwood.
Er besitzt einen speziellen Sockel 478. Der Intel Pentium 4 Prozessor ist sehr
schnell aber auch relativ teuer, ebenso wie die dazugehörigen Motherboards.
AMD Athlon
Der Athlon-Prozessor kam 1999 auf den Markt. Er war ursprünglich mit
einem Systembus-Takt von 100 MHz und 133 MHz ausgerüstet. Ein wichtiger
Unterschied zu Intel-Prozessoren ist die Tatsache, dass die AMD-CPU bei jeweils
einem Taktzyklus zwei Speicherzugriffe durchführen kann. Ein 100 MHz-Athlon
kann deshalb doppelt so viele Daten transportieren wie ein 100 MHz-Celeron, weshalb
bei AMD auch vom 200- bzw. 266 MHz-Systembus gesprochen wird.
Die neuere AMD Athlon-XP-Prozessorenfamilie enthält unterschiedliche
Varianten mit Systembus-Taktraten von 266 bzw. 333 MHz, Geschwindigkeiten
von 1,6 - 2,16 GH und Cache-Speicher von 256 KB, 384 KB bzw. 512 KB.
AMD Duron
Der AMD Duron Prozessor wurde als direkte Konkurrenz zum Intel Celeron entwickelt.
Er gilt wegen seines sehr guten Preis-/Leistungsverhältnisses als der
Geheimtyp schlechthin. Er war ursprünglich mit 100 MHz (bzw. 200 MHz wegen des
zweifachenSpeicherzugriffs) erhältlich und 600-900 MHz Systemtakt erhältlich.
Die neuere Version hat eine 133 MHz (bzw. 266 MHz) Taktrate und eine Geschwindigkeit
bis 1,3 GHz.
Hier ist der AMD Duron
1400 MHz Prozessor sehr günstig erhältlich.
 AMD Duron 1400 MHz Prozessor
64-Bit-Prozessoren
Seit einiger Zeit sind die ersten 64-Bit-Prozessoren auch für den Desktop-Bereich
auf dem Markt. Die Firma AMD hat die Prozessoren Opteron und Athlon 64 im Programm.
Von Intel gibt es den 64-Bitter Itanium 2. Wesentlicher Nutzen einer 64-Bit-Architektur
liegt in der Verwendung eines sehr großen Adressraums. Lassen sich mit den
herkömmlichen 32-Bit-Systemen maximal 4 GB adressieren, so sind es beim 64-Bit-System
16 TB (Terrabyte).
AMD hat den Opteron zunächst als reinen Server-Prozessor entwickelt. Bis zu acht
Prozessoren lassen sich im Server-Bereich miteinander verkoppeln. Der für den
Desktop-Bereich entwickelte Athlon 64 hat den gleichen Prozessorkern (Sledgehammer).
Der Athlon 64 3200+ läuft mit einer Taktfrequenz von 2 GHz, der etwas schnellere
Athlon 64 FX-51 mit 2,2 GHz. Der etwas preiswertere Athlon 64 hat nur einen
Speichercontroller, einen Hyper Transport Kanal und benötigt ein Sockel-754-Board.
Der Athlon 64 FX-53 läuft dagegen in einem Opteron-Board.
Wer benötigt einen 64-Bit-Prozessor?
64-Bit-Prozessoren sind extrem teuer. Im Desktop Bereich ist der Einsatz von
64-Bit-Prozessoren deshalb kaum sinnvoll. Von Windows XP gibt es zwar bereits eine
64-Bit-Betaversion, aber noch keine passenden Gerätetreiber. Typische Anwendungen
für die 64-Bit-Technologie sind kommerzielle Anwendungen, wie sehr große Datenbanken
oder aufwendige Grafik-und CAD-Programme.
Fazit
Bei den Prozessoren sind die Preisunterscheide in den den verschiedenen
Leistungsstufen erheblich. Der Mehrpreis eines schnellen Prozessors ist
überproportional höher als die erzielte Leistungssteigerung.
Außerdem ist der Unterschied zwischen 1000 MHz und 1500 MHz Taktfrequenz
bei sonst gleichen Rahmenbedingungen in der Praxis kaum wahrnehmbar.
Überlegen Sie sich deshalb genau,ob Sie die zusätzliche Performance
tatsächlich benötigen oder ob nicht ein langsamerer aber erheblich
billigerer Prozessor auch genügt.
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